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Pressetext CD Matthias Bergmann „Still Time“ (Jazz4ever J4E 4789)
Etwas länger hat es gedauert bis zum Debütalbum des Kölner Flügelhornisten und Trompeters Matthias Bergmann. Nach mehr als 30 CD Einspielungen und zahllosen Konzerttourneen in über 35 Ländern als Sideman von z.B. Andreas Schnermann, Frank Sackenheim oder Florian Ross sowie mit größeren Ensembles wie Peter Herbolzheimers Rhythm Combination & Brass oder dem Cologne Contemporary Jazz Orchestra, liegt sie nun vor, die erste eigene CD des 35 jährigen gebürtigen Ostfriesen mit 7 Eigenkompositionen und einer bearbeiteten Tom Waits Ballade.
Kein Schnellschuss also, diese CD, sondern ein wohlüberlegtes, abgeklärtes Album mit vielen Überraschungsmomenten, frei von jeglichem Trompetensport und mit viel Raum für die mit einiger Sorgfalt zusammengestellte Band.
Schon in Hendrik Solls freier Klaviereinleitung zum ersten Stück wird klar, wohin die musikalische Reise gehen wird. Moderner melodiöser Jazz europäischer Prägung wird geboten, knapp 50 Minuten lang, klanglich hervorragend aufgenommen im Fattoria Musica Studio in Osnabrück, mit Hanno Busch an der Gitarre, der gekonnt zwischen Begleiterrolle und Melodiepart hin und her wechselt, mit den souveränen und stets kommunikativen Cord Heineking und Jens Düppe an Bass und Schlagzeug und einem Claudius Valk am Saxophon, der, mal mit seinen energiegeladenen Solos, mal mit seinen intimen, leisen Tönen zu jeder Zeit das Richtige zum Gelingen der Musik beiträgt.
Die Fäden in der Hand behält stets der Bandleader, der immer wieder seinen warmen Flügelhornsound in Szene setzt und sich freut, bewiesen zu haben, dass es nicht unbedingt einer über Jahre hinweg eingespielten Working Band bedarf, um eine überzeugende CD abzuliefern, sondern vielleicht auch doch nur zweier Proben, ein bisschen Geschick bei der Musik- und Musikerauswahl und - sagen wir etwa 20 Jahre Erfahrung als Sideman....
Pressetext Matthias Bergmann:
Als vielgefragter Jazzsolist arbeitet der Kölner Trompeter und Flügelhornist Matthias Bergmann sowohl als Sideman in den Bands von z.B. Frank Sackenheim, Andreas Schnermann, Florian Ross und John Hondorp als auch als Leader eines eigenen Quintetts mit dem Saxophonisten Claudius Valk, als Co-Leader im Paul Heller - Matthias Bergmann Quintett und im Duo mit dem Pianisten Jürgen Friedrich, mit dem er im Jahr 2001 den Jazz Podium Preis desLandes Niedersachsen gewann. Neueste Projekte sind ein Duoprogramm mit dem Kirchenorganisten Oliver Schroer, ein Sextett mit dem Saxophonisten Marcus Bartelt mit Jazzbearbeitungen von Hits der Neuen Deutschen Welle, sowie die regelmässige Zusammenarbeit mit dem Trio des tschechischen Schlagzeugers Josef Vejvoda.
Der 1972 in Emden geborene Matthias Bergmann kam 1997 nachseinem Studium am Konservatorium Hilversum / NL nach Köln, ist Gründungsmitglied des Cologne Contemporary Jazz Orchestras und seit 1998 festes Mitglied in Peter Herbolzheimers Rhythm Combination and Brass. Er spielte u.a. mit Dianne Reeves, Charlie Mariano, den NewYorkVoices, Peter Weniger, Lee Konitz, Wolfgang Haffner und Till Brönner zusammen, wirkte auf über 30 Jazz Cds mit und gastierte auf zahllosen Festivals in insgesamt 35 Ländern. Im Frühjahr 2002 z.B. war er mit der Christoph Eidens Band zu Gast in China, im Herbst folgte für das Goethe Institut eine ausgedehnte Indien Tournee mit dem Sextett des Pianisten Florian Ross, mit dem er im Oktober 2003 auch in Mexiko gastierte.
Matthias Bergmann gibt Unterricht und Workshops für alle Instrumentalisten in ganz Deutschland und ist seit dem Sommer 2001 Trompetendozent an der Glen Buschmann Jazzakademie in Dortmund sowie gern gesehener Gastdozent bei Kulturaustauschprojekten mit der Jazzschool Rostow/Don (RUS)und dem Konservatorium Prag (TCH).
FOTOS UNTER: www.matthiasbergmann.kulturserver.de (siehe LINKS) Stefan Müller, 3sat Kulturzeit über die CD des Andreas Schnermann Quartetts: Wer kennt das nicht: Der erste Titel einer neuen CD lässt aufhorchen, der zweite gefällt ebenfalls, nach dem dritten lässt die Begeisterung dann schon etwas nach. Doch manchmal kommt es ganz anders. Zum Beispiel bei der CD "4 in One" die der Jazzpianist Andreas Schnermann mit seinem Quartett eingespielt hat. Schon das erste Stück "Rudy my beer", eine Anspielung an Thelonius Monks Klassiker "Ruby my dear", begeistert, wenngleich man sich insgeheim fragt, wie der Flügelhornist Matthias Bergmann die Qualität seiner melodischen Girlanden über 50 Minuten durchhalten will. Doch mit jedem Titel wächst die Freude. Das Quartett - Matt Perko am Schlagzeug und Pepe Berns am Bass - legt ein wunderbar aufgeräumtes, luzides Spiel an den Tag. Und ist man anfangs noch gespannt auf die Interpretation der einzigen Fremdkomposition, Keith Jarretts "No more lonely nights", hat man den Meister auf dem Weg zu diesem letzten Stück im Programm längst vergessen. Zu viele schöne Kompositionen von Schnermann liegen auf dem Weg dorthin. Eine angenehme, stilsichere Platte, kaum zu glauben, dass es sich um ein Debütalbum des Quartetts handeln soll. Suchen Sie schon einmal die "Repeat All" Taste an Ihrem CD-Spieler! Klaus Mümpfer, Jazzpodium 5/2000 über ein Konzert des Andreas Schnermann Quartetts: Der warme Klang des Flügelhorns unterstreicht den Hauch von Romantik und die Betonung des Swing in fast allen Eigenkompositionen des Quartetts selbst in Up-Tempo Stücken mit expressiver Hardbop-Phrasierung. Matthias Bergmann bläst sein Instrument meist in den mittleren Lagen, so dass die Wärme auch rasenden Stakkati die Schärfe nimmt. Gemeinsam mit Andreas Schnermann entstehen Stimmungen, die an die coole Zeit von Miles Davis erinnern, romantische Intros auf dem Piano, die Assoziationen an Keith Jarrett wecken, aber auch expressive Bebop Läufe. Dennoch klingt diese Musik weniger exaltiert als die von Miles und vitaler als die von Jarrett. Der Amerikaner Gary Hoopengardner begleitet mit schönen marschierenden, straight gespielten Bassläufen, brilliert in den Soli aber auch mit harmonischen Wendungen und rhythmischen Wechsel, die immer wieder überraschen. Sein Landsmann Matt Perko versteht die Kunst, ein Drumset leise und sensibel, eher als Percussionist denn als Drummer, und mit untrüglichem Gespür für Time zu bearbeiten. Faszinierend sind die auf diese Weise sich entwickelnden dynamischen Abstufungen sowie die raffinierten Wechsel in Tempo und Rhythmus. "Little Poolie" beginnt mit einer romantischen, verspielten Einleitung auf dem Klavier, bevor an diesem Abend in der Kunstfabrik Alte Patrone in Mainz Jan von Klewitz als Gast mit seinem Altsaxophon einsteigt. Ganz in der Manier der alten Balladenmeister Webster und Coltrane bläst er mit sonorem und rundem Ton. Und so entwickelt sich ein Thema von zeitloser Schönheit, nicht frei von Zitaten, aber dennoch charakteristisch für die Gruppe um den Pianisten Schnermann. Aus Zwiegesprächen von Flügelhorn und Saxophon entwickeln sich ebenso mehrstimmige wie Unisono-Läufe, aus Duetten hin und wieder Duelle.(...) Markus Küper in der Westfälischen Zeitung am 4.10.2003: Matthias Bergmann mag es eher gedämpft. Vermeintlich schüchtern schloss sein Flügelhorn in der Stadtbücherei Münster Freundschaft mit dem Jürgen Bleibel Quartett. Doch der Schein trügt. Ein Bergmann braucht sich nicht in effektvolle Höhen emporzuschwingen, um zu zeigen, dass er ein "Gigant" ist. In der warmen Mittellage gibt es genug Spannendes zu entdecken. Ein Hauch von Romantik liegt über diesem Flügelhorn, wenn Matthias Bergmann es vor den Mund nimmt. Klar: Als Mitglied der erlauchten Herbolzheimer Big Band Rhythm Combination and Brass spult er auch mit Perfektion seine Sequenzen ab, überrascht mit gestochenen, rasenden Staccati, die er aus ganz hauchigen Regionen auferstehen lässt. Aber selbst diese Perfektion bleibt dezent, wirkt niemals aufdringlich oder kokett. Jemand, der weiss, was er kann, braucht sich halt nicht in den Vordergrund zu spielen. Im Gegenteil: Er kann sich besser einfügen. Genau das tat Matthias Bergmann. (...) Nicht ohne in Washingtons Ballade "The Nearness of you" mit seinem Instrument so wunderschön zu singen, dass es sich nur noch im sanften Zwiegespräch mit Volker Wincks Tenorsaxophon toppen liess. Wenn es sein muss, würzt Bergmann seine geschmeidig ausgefeilten Bögen auch mit druckvollen Skalenläufen, überlässt das ekstatische Spiel aber dann doch lieber seinen versierten Partnern. Wie Bassist Alex Morsey, der diesmal bereits im Charlie Parker Opener "Scrapple from the apple" sein mittlerweile legendäres Scat-Pulver verschoss. Hans Jürgen von Osterhausen im Kölner Stadtanzeiger am 13.9.2003: Im Ehrenfelder Herbrands zeigte sich das ad hoc zusammengestellte Matthias Bergmann Quintett als hervorragende All-Star-Band im besten Sinn. Trompeter Matthias Bergmann, Tenorsaxophonist Claudius Valk, Pianist Jürgen Friedrich, Bassist Jens Loh und Christian Thomé am Schlagzeug haben noch nie zusammen gespielt, bezeugten indessen Spontanität und Kreativität. Und ihre Interpretationen der Titel, vor allem die aus der Feder von Kenny Wheeler, hatten es in sich, erweckten den Eindruck, dass sie schon jahrelang zusammenarbeiten. Dialoge zwischen Bergmann und Valk waren vom Feinsten. Jens Loh war das kraftvolle "Continuo" der Band, während Thomé kunstvollen und vielseitigen Drive hervorbrachte. Dazwischen bewegte sich Jürgen Friedrich mit gewohnt bilderreicher und virtuoser Klaviersprache. Solistisch wie im Ensemble bot das Quintett spannungvollen, aktuellen modernen Jazz.
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